Einführung
Es war Montagmorgen. Ich wachte auf, griff nach dem Handy und dachte zuerst: „Warum ist es schon so hell draußen?“ Dann schaute ich auf die Uhr. Sieben Uhr fünfunddreißig. Eigentlich wollte ich um sechs aufstehen. Aber die Zeit war umgestellt worden. Und ich hatte es komplett vergessen. Schon wieder.
Der Rest des Tages fühlte sich an wie ein einziger Jetlag. Ich war müde, unkonzentriert und irgendwie ständig kurz vor der Explosion. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr besser vorbereitet zu sein. Tja. Die Uhrenumstellung und die uhrenunstellung hatten mich wieder erwischt und zwar richtig.
Ich schreibe das nicht, weil ich mich beschweren will. Sondern weil ich glaube, dass es vielen von euch genauso geht. Jedes Jahr dasselbe Theater. Und jedes Jahr unterschätzen wir, wie sehr uns diese eine Stunde durcheinanderbringt. Dieses Mal war es besonders heftig. Deshalb erzähle ich euch genau, was passiert ist, warum es uns so trifft und was mir wirklich geholfen hat.
Bio
| Name | Uhrenumstellung |
|---|---|
| Zeitpunkt | Zweimal im Jahr: letzter Sonntag im März und Oktober |
| Was passiert | Uhr springt eine Stunde vor oder zurück |
| Seit wann | 1916 in Deutschland |
| Früherer Grund | Energie sparen im Ersten Weltkrieg |
| Heutiger Nutzen | Kaum noch vorhanden durch LED-Lampen |
| Wie es sich anfühlt | Wie leichter Jetlag mit Müdigkeit |
| Dauer der Anpassung | Meist 3 bis 7 Tage |
| Gesundheitliche Folgen | Mehr Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit |
| Was Studien zeigen | Leicht erhöhtes Herzinfarktrisiko in den ersten Tagen |
| Meinung der Menschen | Über 70 Prozent wollen die Abschaffung |
| Aktueller Stand | EU diskutiert seit 2018, noch keine Entscheidung |
Was passiert eigentlich bei der Uhrenumstellung?
Zweimal im Jahr stellen wir in Deutschland die Uhren um. Ende März springen wir eine Stunde nach vorne in die Sommerzeit. Ende Oktober gehen wir eine Stunde zurück in die Winterzeit. Das Ganze gibt es seit 1916. Damals wurde es während des Ersten Weltkriegs eingeführt, um Energie zu sparen. Heute spart es kaum noch etwas. Moderne LED-Lampen verbrauchen so wenig, dass der Effekt fast vernachlässigbar ist.
Trotzdem halten wir an der Umstellung fest. Die Europäische Kommission hat schon 2018 vorgeschlagen, sie abzuschaffen. Viele Länder wären dafür. Aber bis heute ist nichts passiert. Also stellen wir weiter um. Und unser Körper? Der versteht die Welt nicht mehr.
Unser innerer Rhythmus, die sogenannte biologische Uhr, braucht mehrere Tage, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen. Besonders die Frühjahrsumstellung ist für viele ein Problem. Wir verlieren eine Stunde Schlaf und die holen wir nicht einfach so nach. Das spüren wir nicht nur am Montag. Oft zieht sich das Gefühl über die ganze Woche hin.
Mein persönliches Chaos dieses Mal
Ich hatte am Sonntagabend noch gedacht: „Ach, ich geh einfach eine Stunde früher ins Bett.“ Das habe ich auch gemacht. Um halb zehn lag ich schon unter der Decke. Eigentlich ein guter Plan. Aber dann wurde ich um halb sechs wach. Mein Körper war noch in der alten Zeit. Also stand ich auf, machte Kaffee und versuchte, den Tag zu starten.
Um sieben Uhr dreißig klingelte mein Wecker. Ich hatte ihn auf die neue Zeit gestellt. Nur hatte ich total vergessen, dass die Zeit schon umgestellt war. Ich dachte die ganze Zeit, ich hätte noch eine Stunde Zeit. Als ich endlich checkte, war ich schon eine halbe Stunde zu spät dran. Für einen wichtigen Termin.
Der Rest des Tages war ein Desaster. Ich war während eines Meetings total weggetreten. Mein Kaffee half auch nicht wirklich. Gegen Mittag hatte ich das Gefühl, als würde mein Kopf in Watte stecken. Abends war ich gereizt und bin an meinem Partner ausgerastet, weil er die falsche Frage gestellt hat. Alles nur wegen einer Stunde.
Am nächsten Tag ging es etwas besser. Aber erst am Mittwoch fühlte ich mich wieder halbwegs normal. Drei Tage für eine einzige Stunde. Das ist verrückt. Und ich bin nicht allein damit. Viele Menschen berichten von genau solchen Erfahrungen. Die Uhrenumstellung ist für sie jedes Mal ein kleiner Albtraum.
Warum die Uhrenumstellung uns so zusetzt

Unser Körper hat einen festen Rhythmus. Er orientiert sich am Licht. Morgens steigt das Cortisol, wir werden wach. Abends produziert der Körper Melatonin, wir werden müde. Wenn wir plötzlich eine Stunde vor- oder zurückspringen, gerät dieses System aus dem Takt.
Besonders die Frühjahrsumstellung ist kritisch. Wir verlieren eine Stunde Schlaf. Studien zeigen, dass das Risiko für Herzinfarkte in den ersten drei Tagen danach leicht ansteigt. Eine schwedische Untersuchung hat das schon vor Jahren belegt. Auch Unfälle im Straßenverkehr nehmen zu. Und die Stimmung leidet. Viele fühlen sich antriebslos, gereizt oder sogar leicht depressiv.
Laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit aus dem vergangenen Jahr klagen über sechzig Prozent der Befragten über Schlafstörungen nach der Zeitumstellung. Bei Menschen über fünfzig ist der Effekt oft stärker. Der Körper braucht einfach länger, um sich umzustellen. Manche brauchen bis zu einer Woche, bis alles wieder rund läuft.
Ich habe das an mir selbst gemerkt. Die Konzentration war weg. Die Laune auch. Und das Schlimmste: Ich konnte abends nicht richtig abschalten, weil mein innerer Rhythmus noch nicht angekommen war. Es ist, als würde man mit einem leichten Jetlag durch den Alltag laufen. Nur dass man nirgendwo hingeflogen ist.
Was mir dieses Mal wirklich geholfen hat
Ich habe ein paar Dinge ausprobiert. Manches hat gar nicht funktioniert. Anderes hat mich wirklich gerettet. Hier sind die fünf Dinge, die bei mir am besten ankamen:
Zuerst habe ich schon vier Tage vorher meine Schlafenszeit langsam angepasst. Jeden Abend zehn Minuten früher ins Bett. Das klingt nach wenig, aber es hat geholfen. Mein Körper konnte sich schrittweise umgewöhnen. Am Sonntag war der Schock dann nicht mehr so groß.
Zweitens bin ich morgens direkt nach dem Aufstehen nach draußen gegangen. Auch wenn es kalt war. Zehn Minuten helles Licht. Das setzt den inneren Wecker zurück. Cortisol steigt, Melatonin wird unterdrückt. Danach fühlte ich mich wacher als sonst.
Drittens habe ich nach vierzehn Uhr keinen Kaffee mehr getrunken. Koffein bleibt lange im Körper. Wenn der Rhythmus schon durcheinander ist, verstärkt das die Probleme am Abend. Ich habe stattdessen auf Kräutertee umgestellt. Hat wirklich etwas gebracht.
Viertens habe ich ein kleines Abendritual eingeführt. Kein Handy eine Stunde vor dem Schlafen. Stattdessen ein Buch oder ein paar Dehnübungen. Das hat meinen Kopf runtergefahren. Früher lag ich oft wach, weil ich noch auf dem Handy war. Das habe ich jetzt geändert.
Fünftens habe ich am Montag bewusst kürzer geplant. Keine wichtigen Termine am Vormittag. Keine großen Entscheidungen. Ich habe mir erlaubt, etwas langsamer zu machen. Das hat den Druck genommen. Und ich war am Ende des Tages nicht komplett erledigt.
Was nicht funktioniert hat: Einfach länger schlafen am Sonntag. Das verschiebt das Problem nur. Der Körper merkt sich die alte Zeit trotzdem. Besser ist die langsame Anpassung.
Brauchen wir die Uhrenumstellung überhaupt noch?

Ich habe mich in den letzten Tagen viel damit beschäftigt. Früher hat die Umstellung Sinn gemacht. Heute weniger. Die Energieeinsparung ist minimal. Gleichzeitig leiden viele Menschen unter den gesundheitlichen Folgen. Herzprobleme, Schlafstörungen, Unfälle das ist ein hoher Preis für eine Stunde.
Die meisten Menschen in Deutschland sind dagegen. Umfragen zeigen immer wieder, dass über siebzig Prozent die Abschaffung wollen. Auch die Europäische Kommission hat das schon vor Jahren festgestellt. Trotzdem passiert nichts. Die Politik zögert. Einige Länder wollen die Sommerzeit behalten, andere die Winterzeit. Ein Kompromiss ist schwierig.
Für mich persönlich überwiegen die Nachteile. Ich würde lieber das ganze Jahr über eine feste Zeit haben. Auch wenn es im Winter später hell wird oder im Sommer früher dunkel. Die Konstanz wäre es mir wert. Mein Körper würde sich freuen. Und ich müsste nicht jedes Jahr wieder dasselbe Chaos durchstehen.
Es gibt natürlich auch Argumente dafür. Manche Menschen genießen die langen Sommerabende. Andere sagen, die Umstellung erinnert uns an den Wechsel der Jahreszeiten. Das ist schön. Aber wenn die Gesundheit leidet, sollte man darüber nachdenken, ob es den Preis wert ist.
Häufig gestellte Fragen zur Uhrenumstellung
Wann findet die nächste Uhrenumstellung statt? Die nächste Umstellung auf Winterzeit ist am letzten Sonntag im Oktober. In diesem Jahr fällt sie auf den 25. Oktober. Die Uhren werden dann um eine Stunde zurückgestellt. Das bedeutet eine Stunde mehr Schlaf aber auch wieder eine Umstellung, auf die sich der Körper einstellen muss.
Warum fühle ich mich nach der Uhrenumstellung so müde und unkonzentriert? Unser innerer Rhythmus braucht Zeit, sich an die neue Uhrzeit zu gewöhnen. Besonders die Frühjahrsumstellung raubt uns eine Stunde Schlaf und bringt den Melatonin-Haushalt durcheinander. Viele Menschen spüren das mehrere Tage als Jetlag-Gefühl, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit.
Was hat dir dieses Mal am besten gegen die Umstellung geholfen? Am wirksamsten war die langsame Anpassung schon drei bis vier Tage vorher. Ich bin jeden Abend zehn Minuten früher ins Bett gegangen und bin morgens direkt ins helle Licht gegangen. Das hat meinen Körper schneller umgestellt als alles andere. Koffein nachmittags habe ich komplett weggelassen.
Wird die Uhrenumstellung bald abgeschafft? Die Europäische Kommission hat die Abschaffung schon 2018 vorgeschlagen. Viele Menschen in Deutschland wollen sie loswerden. Bisher gibt es aber noch keinen endgültigen Beschluss. Die Debatte läuft weiter, weil sich die Länder nicht einigen können.
Wie lange dauert es wirklich, bis sich der Körper an die neue Zeit gewöhnt hat? Bei den meisten Menschen braucht es drei bis sieben Tage. Manche spüren die Auswirkungen sogar bis zu zwei Wochen. Je älter man wird, desto länger kann die Umstellung dauern. Deshalb lohnt es sich, schon vorher langsam umzuschalten.
Fazit und Ausblick
Die Uhrenumstellung hat mich dieses Mal wieder erwischt. Und sie wird mich nächstes Jahr wahrscheinlich wieder erwischen. Aber ich gehe jetzt anders damit um. Ich passe mich langsam an. Ich gehe früher ins helle Licht. Ich plane den Montag ruhiger. Und ich akzeptiere, dass mein Körper Zeit braucht.
Es ist nur eine Stunde. Aber diese eine Stunde kann einen ganzen Tag und manchmal eine ganze Woche durcheinanderbringen. Das ist es wert, darüber nachzudenken. Und vielleicht auch darüber, ob wir diese Umstellung wirklich noch brauchen.
Wie war es bei euch dieses Mal? Hattet ihr auch das Gefühl, dass es euch stärker getroffen hat als sonst? Oder seid ihr schon Profis im Umgang mit der Zeitumstellung? Ich freue mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren. Vielleicht können wir uns gegenseitig ein paar gute Tipps geben.
Und wer weiß vielleicht ist es nächstes Jahr schon anders. Bis dahin bleibe ich dran mit meinen kleinen Ritualen. Denn eine Sache habe ich gelernt: Die Uhrenumstellung ändert sich nicht von allein. Aber wie ich damit umgehe, das kann ich beeinflussen. Und das macht einen Unterschied. Einen echten Unterschied.
